Bei der U23-Weltmeisterschaft der iQFOiLerinnen und iQFOiLer im polnischen Puck hat Sophia Meyer (Verein Seglerhaus am Wannsee) mit einem starken Comeback den vierten Platz erreicht. Die 21-Jährige aus dem German Sailing Team erreichte knapp die Finalrunde und kämpfte sich dann auf Rang vier vor.

Fünf Tage lang bot die U23-Weltmeisterschaft auf der Ostsee nördlich von Gdynia das gesamte Spektrum des iQFOiL-Sports: von Starkwind-Kursrennen bis zu Slalom-Wettbewerben bei leichtesten Winden. Am Finaltag verlangte sehr instabiler, schwacher Wind den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einmal viel Geduld und Nervenstärke ab. Zahlreiche Rennen mussten abgebrochen oder wiederholt werden, bevor die Finalserie im K.-o.-Format abgeschlossen werden konnte.
Für Sophia Meyer war der Weg ins Finale zunächst alles andere als sicher. Nach der Qualifikation lag sie auf Rang elf und rückte erst durch den Mastbruch der vor ihr platzierten Konkurrentin in die Finalrunde vor. Diese Chance nutzte sie und arbeitete sich im Klassement Runde für Runde weiter nach vorne.
„Die ganze Woche war für mich sehr hart. Ich hatte mir eine Grippe eingefangen und war schon ab dem zweiten Tag am Limit meiner Leistungsfähigkeit“, berichtet Sophia Meyer. Hinzu kam Seegras im Revier, das die Foilboards immer wieder ausbremste. „Man musste schlau fahren und dann manchmal springen und ‚hopp, hopp‘ ging es weiter.“
Im Finale mobilisierte die 21-Jährige noch einmal alle Kräfte. „Ich hatte nichts zu verlieren, bin einfach losgefahren. Und dann kam der Leichtwindslalom, den kann ich gut. Danach wusste ich, dass ich es noch bis zum letzten Rennen schaffe.“ Mit starken Einzelergebnissen gelang ihr schließlich der Sprung auf Platz vier.
„Was für ein toller Lohn für eine harte Woche, in der ich mich sehr gequält habe“, freute sich Sophia Meyer nach dem Finale und erzählt, dass sie sich in der langen Wartezeit auf dem Wasser immer wieder ins Boot ihres Trainers legte, um sich zu schonen.
Betreut wurde sie gemeinsam mit Emma Schleicher vom Trainer Matthew Richard. Emma Schleicher (Bayerischer Yacht-Club/SV Wacker Burghausen) belegte Rang 25. Die beiden waren die einzigen deutschen Starterinnen.

Den U23-Weltmeistertitel gewann die Neuseeländerin Aimee Bright vor Maya Gysler aus Norwegen und Stella Bilger aus Australien. Bei den Männern siegte Leonardo Tomasini aus Italien vor seinem Landsmann Frederico Ala Pilloni und dem Polen Stanislaw Trepczyński. Lenny Friemel (SV Wacker Burghausen) wurde 35.
Bis zum nächsten Trainingsblock im November in Griechenland widmet sich die in Kiel lebende Sportlerin nun ihrem Studium der Ökotrophologie, das sie gerade angefangen hat. Sie studiert ausschließlich online, so gelingt es am besten, Leistungssport und Studium zu kombinieren.

Der nächste Trainingsblock steht im November in Griechenland an. Dort nimmt sie auch im Dezember als zweite Trainingsmaßnahme an den griechischen Meisterschaften teil. Im Januar folgen in Brasilien die World Sailing Weltmeisterschaften der olympischen Einhand- und Boardklassen.
Die Ergebnisse der einzelnen Läufer der U23 Weltmeisterschaft sind auf der Seite der iQFOiL Class veröffentlicht.