Deutsche 49er-Crews segeln nur knapp an EM-Medaillenrängen vorbei

Mit Platz 5 waren Erik Heil und Thomas Plößel bestplatzoerte deutsche Crew bei der 49er-EM. Foto: DSV/Lars Wehrmann
Mit Platz 5 waren Erik Heil und Thomas Plößel bestplatzierte deutsche Crew bei der 49er-EM. Foto: DSV/Lars Wehrmann

Die beiden erfolgreichsten deutschen 49er-Crews bei der Europameisterschaft im ehemaligen britischen Olympiarevier vor Weymouth sind nur knapp an den Medaillen vorbeigesegelt. Die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) erkämpften beim Kräftemessen mit der kompletten Weltelite der Skiffsegler Platz fünf.

„Das hat unsere aktuelle Erwartungshaltung fast übertroffen. Wir sind aufgrund unserer Studien noch bis Sommer im Trainingsrückstand und das bekommt man an langen Tagen zu spüren“, sagte Erik Heil.

Justus Schmidt und Max Boehme beendeten die EM in Weymouth aus Platz 6. Foto: DSV/Lars WEhrmann
Justus Schmidt und Max Boehme beendeten die EM in Weymouth auf Platz 6. Foto: DSV/Lars WEhrmann

Die Trainings- und Teamkameraden Justus Schmidt und Max Boehme (Kieler Yacht-Club) beendeten die kontinentalen Titelkämpfe auf Platz sechs. „Mit beiden Ergebnissen können wir zum jetzigen Trainingsstand zufrieden sein. Wir sind auf sehr gutem Weg“, sagte 49er-Bundestrainer Marc Pickel. Die WM-Dritten von Aarhus, Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee), die in Regie von 49er-Bundestrainer Max Groy trainieren, beendeten die herausragend besetzte Europameisterschaft mit zwei starken zweiten Rängen, mussten aber nach 20 Wettfahrten mit Platz 16 zufrieden sein.

Die Europameisterschaft hat ihre Teilnehmer an den letzten Tagen aufgrund flauer Winde auf einige Geduldsproben gestellt. So trugen die 49er-Segler ihre letzten Rennen der Hauptrunde am Sonntagmorgen in nur drei bis vier Knoten Wind aus und warteten dann viele Stunden auf den Startschuss für ihr Medaillenrennen, dass jedoch um 18 Uhr aufgrund der hartnäckigen Flaute abgesagt werden musste. Die Serie gewannen ohne Finale die neuseeländischen Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner Peter Burling und Blair Tuke. Neue Europameister sind die Briten Dylan Fletcher und Stuart Bithell.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, an diesem Wochenende auch als Vize-Präsidentin des Weltseglerverbandes World Sailing beim Halbjahrestreffen im Chelsea Football Club in London gefordert, sagte: „Die 49er-Gruppe im German Sailing Team macht weiter einen sehr starken Eindruck und leistet mit ihren Trainern Marc Pickel und Max Groy hervorragende Arbeit. Das Team nimmt überzeugend Kurs auf Enoshima 2020.“

Tina Lutz und Susann Beucke vepassten mit Platz 12 knapp das Medal Race. Foto: DSV/Lars Wehrmann
Tina Lutz und Susann Beucke vepassten mit Platz 12 knapp das Medal Race. Foto: DSV/Lars Wehrmann

Bei den parallel ausgetragenen Europameisterschaften der olympischen 49erFX-Seglerinnen hatten Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht-Club) das Medaillenrennen der besten zehn Crews als Zwölfte knapp verpasst. Vicky Jurczok und Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee) fanden als Achtzehnte in England nicht ganz zur gewohnten Form. Die Serie gewannen die Brasilianerinnen Martine Grael und Kahena Kunze. Neue 49erFX-Europameisterinnen sind die Holländerinnen Annemiek Bekkering und Annette Duetz.

Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer sicherten sich vor Weymouth das Ticket zum olympischen Testevent in Enoshima. Foto: DSV/Lars Wehrmann
Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer sicherten sich vor Weymouth das Ticket zum olympischen Testevent in Enoshima. Foto: DSV/Lars Wehrmann

Auch bei den europäischen Titelkämpfen in der olympischen Mixed-Katamaran-Klasse Nacra 17 fehlte Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) zum Einzug ins Finale der besten zehn Crews nicht viel. Dem eigenen Anspruch genügte das norddeutsche Duo aber nicht ganz. Paul Kohlhoff, dessen Team mit Bundestrainer Marcus Lynch trainiert, sagte: „Wir haben uns tatsächlich hier bei der EM nicht ganz so stark gefühlt wie noch in Palma. Nach dem Crash dort sind wir aktuell mit etwas anderem Material unterwegs. Das hat nicht geholfen. Und dann haben wir auch einige Fehler gemacht, die man sich da, wo wir hinwollen, einfach nicht mehr leisten darf. Unser Anspruch ist besser zu sein, als wir es hier waren. Wir sind aber glücklich darüber, dass wir die Kriterien für den Start bei den Pre-Olympics in diesem Jahr erfüllt haben.“

ENDERGEBNISSE DER KOMBINIERTEN OFFENEN EUROPAMEISTERSCHAFTEN

49ER

1. Peter Burling/Blair Tuke (NZL), 72 Punkte
2. Dylan Fletcher/Stuart Bithell (GBR), 81 Punkte
3. James Peters/Fynn Sterritt (GBR), 91 Punkte
5. Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein), 123 Punkte
6. Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club), 128 Punkte
16. Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am
Wannsee), 184 Punkte

49erFX

1. Martine Grael/Kahena Kunze (BRA), 76 Punkte
2. Annemiek Bekkering/Annette Duetz (NED), 79 Punkte
3. Helene Naess/Marie Rønningen (NOR), 83 Punkte
12. Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee Yacht Club/Hannoverscher YC), 156 Punkte
18. Vicky Jurczok/Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee), 186 Punkte

Nacra 17

1. Ben Saxton/Nicola Boniface (GBR), 61 Punkte
2. John Gimson/Anna Burnett (GBR), 67 Punkte
3. Lin Cenholt/C.P. Lübeck (DEN), 71
12. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club), 143 Punkte