Svenja Weger dominiert zum Olympia-Auftakt Laser Radial-Konkurrenz

Das German Sailing Team ist mitreißend in die Olympia-Regatta gestartet. Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger eröffnete ihre Olympia-Premiere mit zwei Paukenschlägen, ließ Rang fünf einen dominanten Tagessieg folgen und übernahm nach zwei Rennen die Führung im Feld der 44 Frauen-Jollen.

Svenja Weger Olympia
Svenja Weger dominierte am ersten Tag der Quali-Serie ihre Konkurrentinnen im Laser Radial. Foto: Sailing Energy / World Sailing

Ihre herausragenden Ergebnisse waren für die Steuerfrau vom Potsdamer Yacht Club auch „ein bisschen ein Schock“. Lächelnd sagte Weger nach zwei der vielleicht besten Rennen ihres Lebens: „Ich hatte gehofft, dass sich meine Aufregung nach dem ersten olympischen Tag ein wenig legt. Das wird nun wohl eher nicht der Fall sein.“ Svenja Weger verwies Favoritin und Weltmeisterin Anne-Marie Rindom aus Dänemark zunächst auf Platz zwei. „Ich bin schon glücklich und ein bisschen stolz“, sagte Weger, „aber ich werde weiter konzentriert bei meinem Konzept bleiben und jedes Rennen komplett für sich neu angehen.“ Verstecken, so Weger, brauche sie sich nach den Erkenntnissen am ersten Abend ihrer Olympia-Premiere nicht: „Die Geschwindigkeit stimmt.“

“Ich habe für Svenja gebrüllt”

Beifall erhielt Weger für ihre herausragende Auftaktleistung vom ganzen Team. Einer freute sich besonders: Laser-Weltmeister Philipp Buhl. „Ich war selbst schon für unsere Laser-Rennen auf dem Kurs und habe Svenja erst gar nicht gesehen. Bis ich gemerkt habe, dass sie ganz vorne an der Spitze segelt und tatsächlich einen Tagessieg bei Olympia einfährt. Ich habe hinter der Ziellinie dabei zugesehen und für sie gebrüllt.“

Plan gemacht, Plan umgesetzt

Die Europameisterin von 2014 beeindruckte bei den ersten beiden olympischen Wettfahrten ihrer Karriere mit ideal kalkulierten und mittig zum Kurs gesetzten Starts, konzentrierten Manövern und herausragender Positionierung. Sie habe im ersten Lauf den Plan umgesetzt, den sie mit ihrem Trainer Jonasz Stelmaszyk zuvor geschmiedet hatte, erzählt sie. Außerdem folgte sie der Empfehlung ihres Teamkameraden Philipp Buhl, der zu einem konservativen und eher risikoarmen Einstieg geraten hatte. Das Ergebnis sorgte im Olympiahafen von Enoshima für viel Aufregung und Beifall auch von internationalen Teams.

“Das wird ihr nie wieder jemand nehmen können”

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner freute sich über die Weger-Gala und auch über Platz zehn von Laser-Weltmeister Philipp Buhl, dessen Flotte nur ein Rennen zu Ende bringen konnte. Die Teamchefin der deutschen Olympiasegler sagte am Abend in Enoshima: „Das war ein schöner und sehr starker Einstieg. Svenja Wegers Leistung ist enorm: Sie startet morgen im gelben Trikot der Spitzenreiterin. Das wird ihr nie wieder jemand nehmen können. Dieser Auftakt ist das richtige Signal auch an die ganze Mannschaft. Alle haben so lange und so hart auf diesen Höhepunkt hingearbeitet. Heute hat sich gezeigt, was auf Basis dieser Arbeit möglich ist.“

Top Ten-Einstieg für Philipp Buhl

Das zweite Rennen der Laser-Männer wurde in flauen Winden nach starken Drehern regelkonform abgebrochen. Philipp Buhl sagte: „Der Abbruch war in Folge eines 30-Grad-Winddrehers fair und richtig.“ Seinen Olympia-Einstieg bezeichnete der 31-jährige Sonthofener, der für den Norddeutschen Regatta Verein und den Segelclub Alpsee-Immenstadt startet, als „solide und gut“. Die ausgefallene zweite Wettfahrt der olympischen Laser-Elite soll am 26. Juli nachgeholt werden, womit die Einhand-Jollensegler am Montag drei Rennen zu absolvieren haben. Buhl freut sich auf die dreifache Herausforderung: „Ich bin nach dem ersten Tag mit meiner mentalen Herangehensweise zufrieden. Es war das erste von elf Rennen. Was zu diesem Zeitpunkt zählt: keine Frühstarts, keine gelben Flaggen. So weit, so gut also.“

Die nächsten olympischen Termine für die Seglerinnen und Segler:

25. Juli: Die Rennen für Laser (mit Philipp Buhl), Laser Radial (mit Svenja Weger) und die RS:X-Surfer (ohne deutsche Teilnehmer) werden am Montag fortgesetzt. Für die Laserflotte steht zusätzlich zu den beiden geplanten Wettfahrten das Nachholrennen auf dem Programm.

26. Juli: Die Skiff-Teams der deutschen Segelnationalmannschaft steigen in die Olympia-Regatta ein: Gefordert sind Tina Lutz und Susann Beucke (49erFX) vom Chiemsee Yacht-Club und vom Norddeutschen Regatta Verein sowie Erik Heil und Thomas Plößel (49er) vom Norddeutschen Regatta Verein. Außerdem fallen die ersten Startschüsse für die Finnsegler (ohne deutsche Beteiligung).

27. Juli: Das Nacra-17-Duo Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) sowie die 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel (Norddeutscher Regatta Verein) steigen in die Olympiaregatten ein.

Foto-Service für Medienvertreter: Auf unserer Foto-Datenbank finden Sie Bilder der Athletinnen und Athleten zum Download. Die Fotos sind zur redaktionellen Verwendung freigegeben. Wenn nicht anders angegeben, lautet der Fotonachweis “Deutscher Segler-Verband”. Ab dem 25. Juli finden Sie auf unserer Datenbank tagesaktuelle Wettkampf-Bilder aus Enoshima.

Live-Tracking: Sie sehen alle Olympia-Rennen im Live-Tracking auf unserer Website www.germansailingteam.de