Die Beharrliche: Svenja Weger (Laser Radial)

Svenja Weger Laser Radial
Laser Radial-Seglerin Svenja Weger über Enoshima: „Das Revier ist unvorhersehbar, äußerst wechselhaft und sowohl wind- als auch wellentechnisch höchst anspruchsvoll.“ Foro: DSV/Wecamz

Sie ist erfahren, ehrgeizig und vor allem beharrlich: Svenja Weger startet für den Potsdamer Yacht-Club und hat den deutschen Nationenstartplatz für Olympia 2020 für ihre Disziplin der Einhandjollen für Frauen bereits 2018 bei der Weltmeisterschaft in Aarhus gesichert.

Die in Heidelberg geborene Europameisterin von 2014 und EM-Vierte von 2017 trainiert am Bundesstützpunkt (BSP) in Kiel-Schilksee und gilt als sympathischer Ruhepol im German Sailing Team. Die verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 hat die inzwischen von einer Leichtwindspezialistin zur Allrounderin gereifte junge Frau längst weggesteckt. Im Laser Radial ist sie seit acht Jahren im Einsatz. Ihre ersten Segelschläge absolvierte die unverkennbare hellblonde Steuerfrau bereits im Alter von sechs Jahren in der Kinderjolle Optimist auf dem Wannsee. Zu den wichtigen Trainern in ihrer Jugendzeit zählte Thomas Läufer – damals im Potsdamer Yacht-Club.

Ihre Leidenschaft für den Segelsport erklärt Weger so: „Segeln ist mein Sport, weil es auf mehreren Ebenen äußerst fordernd ist: körperlich, technisch und taktisch. Immer draußen in der Natur zu sein, toppt das Ganze noch!“ Der Laser Radial reizt Weger, „weil ich es mag, mich mit anderen vergleichen zu können. Es gibt quasi keine Unterschiede im Material. Wenn jemand schneller oder langsamer ist, ist es einzig und allein auf den Segler zurückzuführen. Reizvoll sind auch die großen Felder und die hohe Leistungsdichte.“ Svenja Weger genießt vor allem das Wellensurfen vor dem Wind.

„Das Hängen am Wind musste ich erst lieben lernen“, erzählt die ausgeglichene Steuerfrau lächelnd. Olympische Spiele bedeuten der Athletin „unglaublich viel“. Der Grund: „Man arbeitet seine ganze Leistungssportkarriere drauf hin, sich bei Olympia mit den Besten der Welt messen zu dürfen!“ Weger weiß um ihre größte Stärke: das klassisch gute Bootsgefühl einer Seglerin, die ihr Handwerk auf einem Binnensee erlernt hat. Und sie kennt auch ihre größte Schwäche, die sie bis Olympia 2020 abstellen will: das Verhalten in 1:1-Situationen. In Duell-Situationen will die Fairplayerin noch konsequenter werden.

In ihrer Freizeit ist Svenja Weger auch abseits vom Wasser am liebsten sportlich unterwegs, liest gerne oder geht ins Kino. Inspiriert hat sie das Buch von Englands Segelikone Ellen McArthur über deren Erfolge bei der Vendée Globe und andere Solo-Abenteuer auf hoher See: „Ihr Wille und ihre absolute Zielstrebigkeit haben mich schon als Teenager fasziniert.“

Was im Olympiarevier von Enoshima auf sie zukommt, wenn ihr die Erfüllung der nationalen Olympia-Qualifikationskriterien gelingt und sie sich in der nationalen Ausscheidung gegen die Teamkameradinnen in Deutschland durchsetzen kann, weiß Weger längst: „Das Revier ist unvorhersehbar, äußerst wechselhaft und sowohl wind- als auch wellentechnisch höchst anspruchsvoll.“ Die komplexe Herausforderung gefällt der Wahl-Kielerin: „Das japanische Olympiarevier liegt mir tendenziell, weil ich meine Vorwind-Stärke bei viel Welle gut ausspielen kann“. Wegers Medaillentipp für die Segelnationalmannschaft bei der olympischen Regatta 2020: 2.

Steckbrief: Svenja Weger

Bootsklasse: Laser Radial

Geboren: 4. September 1993

Geburtsort: Heidelberg

Wohnort: Kiel

Verein: Potsdamer Yacht-Club

Trainer: Jonas Stelmaszyk

Segelt Laser Radial seit: 2011

Größe: 1,74 Meter

Gewicht: 67 Kilogramm

Beruf: Sportsoldatin und Psychologie-Studentin

Wichtige Partner: Potsdamer Yacht-Club, die Deutsche Sporthilfe, die Bundeswehr