Jannis Maus wird Neunter bei der Formula-Kite-WM 

Im portugiesischen Revier von Viana do Castelo ist die Weltmeisterschaft im Formula Kite zu Ende gegangen. Der Olympia-Fünfte Jannis Maus hat mit Platz neun seine Zugehörigkeit zu den Top Ten der Welt demonstriert. Ein kleiner Fehler im Viertelfinale kostete ein noch besseres Ergebnis.

Jannis Maus kitet voll konzentriert bei der Formula Kite-WM
Der Olympia-Fünfte Jannis Maus fühlte sich wohl in dem WM-Revier, das bis auf die portugiesischen Starter für die gesamte Weltelite neu war. Dem Oldenburger lagen der meist gute Druck, die lange Atlantikwelle.

Als Achter der Hauptrunde hatte sich der 29-Jährige von den Cuxkiters souverän für die Finalserie qualifiziert. Im Viertelfinale dann herrschten bei 18 bis gegen Ende 25 Knoten Wind Power-Bedingungen. „Auf dem Downwind habe ich Geschwindigkeiten bis 40 Knoten (über 70 km/h, d. Red.) erreicht“, berichtete Jannis Maus selbst begeistert.

Doch war ihm gleich auf der ersten Kreuz im Viertelfinale ein kleiner, folgenschwerer Fehler unterlaufen. Maus war in Luv ins Rennen gegangen, als der Wind kurz vor dem Start noch nach rechts gedreht hatte. Er erklärte später: „Ich dachte beim Start: Du nimmst den Rechtsdreher mit, fährst einen langen Starboard-Bug. Das hat sich aber nicht ausgezahlt. Die frühe Wende raus war verkehrt. Draußen stand der Wind wieder links, sodass ich zweimal auf die Nase bekommen habe.“

Anschließend kämpft sich der Doktorand im Fach erneuerbare Energien zwar sichtbar wieder heran an die Konkurrenz. „Einen Platz konnte ich noch gutmachen“, sagte er selbst. Dann kam er als Viertelfinal-Vierter ins Ziel – das Aus bei diesen Welttitelkämpfen. In der WM-Endabrechnung bedeutete das für Jannis Maus Platz neun.

Das WM-Format der Formula-Kiter: gnadenlos, aber spannend

Weltmeister wurde zum dritten Mal Max Maeder aus Singapur vor seinem Sparring-Partner Gian Stragiotti aus der Schweiz und dem österreichischen Olympiasieger Valentin Bontus. Trotz des Viertelfinaldämpfers zog der Formula-Kiter vom German Sailing Team im WM-Revier nach dem WM-Finale positiv Bilanz, sagte: „Mein Resümee ist grundsätzlich gut. Ich kann sehr, sehr zufrieden sein mit den Ergebnissen, die ich auch am vorletzten Tag eingefahren habe. In den Rennen war von Platz 3 bis 10 alles drin. Ich habe eigentlich jeden Tag in den Top Ten beendet. Ich kann sehr zufrieden sein mit der Woche.“

Der deutsche Kitesurfer KJannis Maus im Feld der Formula Kite-WM, alle Fahrer fahren auf eine Bahnmarke zu.

Mit dem Revier von Viana do Castelo haben die olympischen Formula-Kiter ein neues Traumrevier entdeckt. Jannis Maus beschrieb es „wie Tarifa, nur etwas kleiner, nicht so gehyped“.Gleichzeitig erinnerte Jannis Maus auch an das erbarmungslose Format: „Es ist sehr bestrafend, wenn man einen kleinen Fehler macht. Es ist gnadenlos, aber natürlich auch spannend für die Zuschauer.“

Der Cheftrainer des Germans Sailing Teams Dom Tidey sagte: „Das war eine großartige Leistung von Jannis. Wahrscheinlich die beste in den letzten 18 Monaten. Das Viertelfinale lief für ihn nicht wie erhofft, aber die Fortschritte sind deutlich. Das ist gut.“

Gemeinsam mit seinem 22 Jahre alten Trainingspartner Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club) bereitet sich Jannis Maus nun auf die nächsten Saisonhöhepunkte vor, darunter die Long Beach Regatta im Juli und die Europameisterschaft der Formula-Kiter im September in der Türkei.

 Jan Vöster blickt nach Silberflotten-Erfahrung in die Zukunft

Der Deutsche Kitesurfer Jan Vöster auf seinem Board
Jan Vöster schaut nach der WM nach vorne auf die weiteren Saison-Highlights in Europa und den USA.

Jan Vöster will dann zeigen, dass seine guten Ergebnisse zu Saisonbeginn sein Maß sind – und nicht der achte WM-Platz in der Silberflotte und Gesamtrang 33. Durch einen verunglückten ersten WM-Tag und einen nicht zu seinen Gunsten gelaufenen Protest, in dessen Folge der Gegner ihm nach überdurchschnittlicher Wiedergutmachung noch um 0,1 Punkte den 25. und letzten Platz in der Goldflotte weggeschnappt hatte, konnte Jan Vöster bei der WM nicht an seine Top-Leistungen zu Saisonbeginn anknüpfen. Da hatte der Aufsteiger bei der top-besetzten Trofeo Princesa Sofía sogar das Halbfinale erreicht.

Jan Vöster weiß: „Meine Abgebrühtheit spielt eine riesengroße Rolle. Es liegt eher an meinem Mindset als an meinem Fahrkönnen. Mein Coach (Aleksei Chibizov, d. Red.) und die anderen wissen, was ich für ein Potenzial habe. Jetzt geht es darum, dieses Potenzial für mich unter Druck noch zugänglicher zu machen.“

Zu Jan Vösters verpasstem Goldflottenspiel sagte Head Coach Dom Tidey: „Manchmal geht es im Hochleistungssport für junge Athleten zwei Schritte vor und einen zurück. Die Erfahrung wird ihn stärker machen. Er ist jung und hat sehr viel Potenzial.“

Formula Kite-WM: Finale Top 10 der Frauen und Männer