Philipp Buhl gewinnt EM-Silber in Kroatien

Im hochspannenden Finale der olympischen ILCA-7-Segler ist Philipp Buhl Vize-Europameister geworden. Der Allgäuer musste sich nach packendem Duell nur dem Zyprioten Pavlos Kontides geschlagen geben. Dritter der offenen EM-Wertung wurde der Neuseeländer George Gautrey. Ole Schweckendiek gewann Bronze in der U23-Wertung.

Philipp Buhl segelt im roten Leibchen auf seinem ILCA
Mit beherzten Finalrennen sicherte sich Philipp Buhl den Silberrang. Foto: Thom Touw

In Kroatien ist die ILCA-7-Europameisterschaft mit einem umkämpften Finaltag und der Silbermedaille für Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Alpsee-Immenstadt) zu Ende gegangen. Bis zum letzten der insgesamt neun Rennen rang er mit dem zweimaligen Olympia-Zweiten Pavlos Kontides um den Titel. Am Ende war es nur ein Punkt, der den Zyprioten und den Deutschen trennte. Kontides gewann EM-Gold mit 39 Zählern vor Philipp Buhl (40 Punkte) und dem Neuseeländer George Gautrey (42 Punkte).

Für Philipp Buhl bedeutet EM-Silber im riesigen Feld von 173 Startern aus 53 Nationen das achte Edelmetall in seiner EM- und WM-Medaillensammlung. Der 36-Jährige sagte nach dem Finale in der Marina Kaštela in Split: „Ich freue mich sehr! Das hat Spaß gemacht. Das Ergebnis ist sehr gut. Ich habe gemacht, was von mir erwartet wurde.“ Nach bereits zwei vierten Plätzen bei den großen Frühjahrswochen in Palma und Hyères zeigte der dreimalige Olympiateilnehmer auch im kroatischen EM-Revier von Split eine konzentrierte und entschlossene Leistung.

„Ich habe versucht, meine beste Leistung abzuliefern. Ich habe sehr fleißig und viel im athletischen Bereich trainiert und auch einige Stunden mit einem Mentaltrainer gearbeitet“, beschrieb Buhl die Basis für seinen Erfolg. „Jetzt konnte ich mir selber und ein paar anderen zeigen, dass ich in fordernder Situation vorne segeln kann. Das ist viel wert. Und es macht auch Spaß, vorne zu segeln.“

Cheftrainer Dom Tidey war mit den ILCA-7-Seglern des German Sailing Teams in Kroatien. Tidey sagte: „Die Silbermedaille ist fantastisch. Philipp hat seine Weltklassefähigkeiten gezeigt. Wir wussten immer, dass er sie hat. Nach Palma und Hyères wirkte er immer fokussierter, noch entschlossener. Das zeigt, was man mit dem richtigen Mindset leisten kann. Wir freuen uns für ihn und darüber, dass er eine Medaille für den deutschen Segelsport geholt hat.“

Mit seinem EM-Vizetitel hat Philipp Buhl die Kriterien für eine Bundeskader-Nachnominierung für die laufende Saison erfüllt. Dom Tidey: „Wir freuen uns auf die Gespräche über die gemeinsame Zukunft.“

U23-Bronze für Ole Schweckendiek

Ole Schweckendiek auf seinem ILCA 7
U23-Bronze für Ole Schweckendiek. Foto: Thom Touw

Der 21-jährige Ole Schweckendiek (Kieler Yacht-Club) glänzte in Kroatien mit einem Tagessieg und wurde Dritter in der U23-Wertung. Auch der 23-jährige Julian Hoffmann (Verein Seglerhaus am Wannsee/Segelclub Alpsee-Immenstadt) ersegelte fünf Top-Sechs-Ränge und wurde Gesamt-Sechzehnter.

Ole Schweckendiek, Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein) und Justin Barth (Berliner Yacht Club) kamen auf die Gesamtränge 30, 31 und 32. Insgesamt musste ILCA-7-Bundestrainer Alexander Schlonski nach dem auffällig guten Saisoneinstieg seiner Gruppe bei der EM „etwas inkonstante Leistungen“ feststellen.

Ein bisschen Fortune fehlte den deutschen ILCA-7-Seglern auch, denn sie lagen bei zwei abgebrochenen Rennen an zwei verschiedenen Tagen sehr viel besser als es dann in den jeweils neu gestarteten Rennen lief. So war es auch am Finaltag, als fast die gesamte deutsche Gruppe stark positioniert war, der Lauf aber wegen eines Winddrehers abgebrochen wurde. Der zweite Versuch lief mit ebenso starkem Winddreher durch – mit weniger guten Ergebnissen.

„Das müssen wir jetzt so nehmen und unsere Schlüsse daraus ziehen“, sagte Alexander Schlonski. „Wir wissen, dass wir es besser können.“

Julia Büsselberg mit Top Ten-Ergebnis im ILCA 6

Julia Büsselberg auf ihrem ILCA 6
Julia Büsselberg spielte ihre Stärken in den drehenden Windbedingungen aus. Foto: Thom Touw

Beste deutsche Frau im Feld der ILCA 6 wurde Julia Büsselberg (Verein Seglerhaus am Wannsee) auf Platz zehn. „Julia hat in den leichteren, komplizierteren Winden ihre Stärken ausgespielt, ist dann eine der schnelleren Frauen in der Flotte“, sagte Dom Tidey. In der offenen ILCA-6 EM-Wertung wurde Maria Erdi aus Ungarn Europameisterin vor der Amerikanerin Charlotte Rose und der Britin Matilda Nicholls.

Pia Conradi (Mühlenberger Segel-Club) wurde Fünfte in der U23-Wertung und kam auf den 29. Gesamtrang.

Zu den Endergebnissen der ILCA-7-Europameisteraft geht es hier: https://eurilca.eu/documents/368/results/ilca7.htm

Zu den Endergebnissen der Ilca-6-Europameisterschaft geht es hier: https://eurilca.eu/documents/368/results/ilca6w.htm