Amelie Wehrle (Jollensegler Reichenau) und ihr Vorschoter Riccardo Honold (Bodensee-Yacht-Club Überlingen) haben bei der 470er-Junioren-Weltmeisterschaft vom 11. bis 17. Juli im polnischen Gdynia den fünften Platz belegt. Damit war das junge Duo aus dem Perspektivkader des German Sailing Teams das beste deutsche Team im Feld der 55 internationalen Crews aus 20 Nationen.

Insgesamt gingen sieben deutsche Teams bei der Junioren-WM der olympischen Mixed-Klasse an den Start. Ebenfalls den Sprung in die Gold Fleet schafften Reamonn Theiner (Schweriner Segler-Verein) und Paula Schütze (Norddeutscher Regatta-Verein), die die Weltmeisterschaft auf Rang zehn abschlossen.
Den Junioren-Weltmeistertitel sicherten sich die Italiener Lisa Vucetti und Vittorio Bonifacio vor Roy Levy und Ariel Gal aus Israel sowie Lomane Valade und Julien Bunel aus Frankreich.
Amelie Wehrle und Riccardo Honold legten einen starken Start in die Weltmeisterschaft hin und etablierten sich mit einem ersten und einem zweiten Platz früh in der Spitzengruppe. Im weiteren Verlauf der Serie segelten sie – abgesehen von einem Frühstart und einem zwölften Platz im letzten Rennen – ausschließlich einstellige Ergebnisse.
„Die Junioren-Weltmeisterschaft war für uns eine sehr wichtige Regatta, da wir hier das DSV-Kaderkriterium für 2027 erfüllen mussten. Mit unserer Platzierung ist uns das erfolgreich gelungen“, sagte der 20-jährige Riccardo Honold, der seit Oktober Betriebswirtschaftslehre in München studiert. „Die Bedingungen waren anspruchsvoll und das Feld an der Spitze lag punktemäßig sehr eng beieinander. Natürlich hätten wir gerne eine Medaille gewonnen, doch schon bei der Junioren-Europameisterschaft im litauischen Nida, die bereits am Mittwoch beginnt, haben wir die nächste Chance.“

Hinter den deutschen 470er-Teams, die direkt von der Junioren-WM zur Junioren-Europameisterschaft weiterreisten, liegen intensive Tage. An den ersten beiden Wettkampftagen herrschten auf der Ostsee vor Danzig 11 bis 15 Knoten Wind bei kurzer, steiler Welle – technisch anspruchsvolle Bedingungen, die jedoch mit gutem Bootsspeed belohnt wurden. Anschließend wurde der Wind deutlich leichter und drehte stark, wodurch die Rennen vor allem taktisch noch anspruchsvoller wurden.
„Da wir nur vier Tage zwischen den Events haben und einer davon für den Transport von Gdynia nach Nida draufging, hatten wir hier nur wenig Zeit zum Trainieren und Regenerieren“, berichtet die 19-jährige Amelie Wehrle, die gerade ihr Abitur abgeschlossen hat und im November eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnt. „Gestern haben wir in Nida abgeladen und noch eine kurze Einheit gemacht. Heute folgt die letzte Trainingseinheit, bevor wir morgen einen Layday haben, um uns etwas zu erholen.“

Parallel zu der Junioren-Europameisterschaft der 470er in Nida findet auch die Jugend-Europameisterschaft der 420er statt, für die sich siebzehn deutsche Team in den Wertungen U17 und Open qualifizieren konnten.
Unter diesem Link sind alle Ergebnisse der Junior-Weltmeisterschaft der 470er 2026 zusammengefasst.