Die erste große Meisterschaft der neuen Saison ist vor Vilamoura mit zwei Medaillenrennen zu Ende gegangen. Die olympischen 470er-Mixed-Duos haben in Portugal ihre Europameister im neuen Testformat gesucht. Als beste deutsche Crew segelten Theresa Löffler und Christopher Hoerr (Deutscher Touring Yacht-Club/Segelclub Breitbrunn Chiemsee) auf Platz acht.

53 Teams aus 21 Nationen waren zur 470er-Mixed-EM angetreten, darunter auch sechs deutsche Duos. Nicht im Einsatz waren studienbedingt die Olympiateilnehmer und Vizeweltmeister Simon Diesch und Anna Markfort (Württembergischer Yacht-Club/Verein Seglerhaus am Wannsee, Joersfelder Segel-Club). Sie steigen mit dem spanischen Frühjahrsklassiker Trofeo Princesa Sofía (27. März bis 4. April) mit dem gesamten German Sailing Team in die neue Saison ein.
Europameister wurden die Briten Martin Wrigley und Bettine Harris vor den Italienern Giacomo Ferrari/Alessandra Dubbini und den amtierenden spanischen Weltmeistern Jordi Xammar/Marta Cardona. Malte Winkel und Paula Amelie Schütze (Norddeutscher Regatta Verein, Schweriner Yacht-Club) verpassten den Einzug ins doppelte Medaillenfinale der Top Ten als Zwölfte nach der Hauptrunde knapp.
Theresa Löffler und Christopher Hoerr haben diesen Winter beide ihre Studiengänge beendet. Mit dem Master für Maschinenbau und dem abgeschlossenen Zahnmedizinstudium in der Tasche können sich die 26-jährige Steuerfrau und ihr zwei Jahre älterer Vorschoter nun voll auf den olympischen Segelsport konzentrieren.
„Wir sind mit dem EM-Ergebnis ganz zufrieden. Das war ordentlich vor dem Hintergrund, dass wir im Winter studienbedingt eine etwas längere Pause hatten, dafür aber jetzt beide fertig studiert haben“, sagte Theresa Löffler und fügte hinzu: „Hier wurde ein neues Format getestet. Es war uns wichtig, dass wir die Medaillenserie der Top Ten erreichen, damit wir dabei sind und das neue Format ausprobieren können.“
Bei Winden zwischen fünf und elf Knoten kam das Team Löffler/Hoerr besonderes auf der Kreuz gut zurecht und war mit seinem Bootspeed zufrieden. In den vergangenen Wochen hatten sie vor allem daran gearbeitet, Geschwindigkeit aufzubauen und dafür weniger an Trainingsregatten teilgenommen. „Da haben wir einen Tick gemerkt, dass wir den Überblick noch wieder ganz zurückgewinnen müssen“, sagte Theresa Löffler. „Mit dem Speed lief es insbesondere auf der Kreuz aber schon sehr gut.“

Gerade auf den Kreuzkursen musste das zweitbeste deutsche Team Winkel/Schütze auf dem portugiesischen Revier Federn lassen. „Wir waren hier bei der EM gerade auf den Kreuzen nicht unbedingt schnell, konnten dann aber Boot für Boot immer wieder gut aufholen“, sagte Malte Winkel. „Natürlich war es am Ende auch ein bisschen ärgerlich, dass wir den Sprung in die Top Ten verpasst haben.“
Als drittbeste deutsche Crew segelten Theres Dahnke und Paco Melzer (Plauer Wassersportverein/Verein Seglerhaus am Wannsee, Yachtclub Berlin-Grünau) aus dem Olympiakader des German Sailing Team auf Platz 15. Platz 18 erkämpften sich die erst 19-jährige Amelie Wehrle und ihr ein Jahr älterer Vorschoter Riccardo Honold (Jollensegler Reichenau/Bodensee-Yacht-Club Überlingen).

Steve Lovegrove, zusammen mit Marek Chocian Trainer der deutschen 470er-Mixed-Segler, sagte nach Abschluss der EM: „Wir sind zufrieden, aber noch nicht glücklich.“ Das Ziel für dieses Jahr ist nicht nur aus der Sicht von Lovegrove klar: „Der Schlüssel sind die Ergebnisse bei der Weltmeisterschaft.“ Hier wollen die deutschen Mixed-Duos an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen und auf die Medaillenränge segeln.
Die Weltmeisterschaft 470er-Mixed findet vom 10. bis 17. August 2026 im japanischen Enoshima, Olympiarevier von 2021, statt.
Auf dieser Seite sind die Ergebnisse der Europameisterschaft 470er-Mixed 2026 zusammengefasst.