Aarhus-Countdown #3: Svenja Weger, Laser Radial

Im Laser Radial gehen Pauline Liebig, Svenja Weger, Laura Bo Voß, Lena Haverland, Pia Kuhlmann und Julia Büsselberg in Aarhus für Deutschland an den Start. Svenja Weger berichtet, warum das Segeln in Aarhus körperlich besonders anstrengend ist.

Svenja Weger beim Training vor Aarhus. Foto: Tobias Krüger
Svenja Weger beim Training vor Aarhus. Foto: Tobias Krüger

Anders als in den anderen Bootsklassen chartern wir unsere Boote vor Ort. Nur die Pinne, den Pinnenausleger, die Strecker und die Segel bringen wir selber mit. Die Laser, die wir bekommen, sind teilweise bereits zwei, drei Events gesegelt. Sie wurden aber extra für die WM in einen Topzustand gebracht. Am Boot kann es also später nicht liegen ;-).

Da unsere Charterboote erst am 31. Juli ausgegeben werden, reisen wir erst drei Tage vor Regattabeginn an.

In Vorbereitung auf die WM haben wir zwei Trainingsblöcke à sechs Tage vor Ort absolviert, allerdings ist uns das Revier schon durch die Europameisterschaft 2015 geläufig. Vor Aarhus herrschen meistens Flachwasserbedingungen mit einer steilen Kabbelwelle. Für uns sind das äußerst anstrengende Bedingungen: Im Laser muss man ununterbrochen hängen, um das Boot möglichst aufrecht zu segeln. Bei größeren Wellen kann man im Wellental auch mal etwas Druck von der Kante nehmen. Zusätzlich kann man die Krängung auch über die Arbeit mit der Schot regulieren. Im Allgemeinen ist aber ab einer gewissen Windstärke das Hängen einfach der wichtigste Faktor für einen guten Bootsspeed. Um hierbei auch in einem Weltklassefeld bestehen zu können, war ich im Winter daher sehr aktiv im Kraftraum. Im Sommer ist es durch die zusätzliche Belastung von Regatten und Wassertraining schwieriger, das Programm im Kraftraum mit der gleichen Intensität durchzuziehen. Vor der Kieler Woche hat unsere Trainingsgruppe allerdings noch mal zwei Wochen intensives Athletiktraining absolviert.

Meine Trainingspartnerin Pauline Liebig und ich wohnen in Aarhus mit einem Finn-Segler, einem Nacra 17- und einem 470er-Team zusammen. Die Idee, Segler verschiedener Bootsklassen zusammenzubringen, gefällt mir gut: So kommt man auch mal auf andere Gedanken und kann sich austauschen.

Pauline und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team, was das Einkaufen und Kochen angeht. Gewisse  körperliche Voraussetzungen  müssen in unserer Bootsklasse einfach gegeben sein. Deswegen achten wir auf eine möglichst gesunde und ausgewogene Ernährung, die uns die Energie, liefert die wir brauchen. Das heißt aber nicht, dass Schokolade oder Gummibärchen absolut tabu sind. Das Eis nach dem Segeln ist bei uns auch eher die Regel als die Ausnahme.

Für mich ist es die zweite Qualifikationsphase für Olympische Spiele, an der ich aktiv teilnehme. 2014 bin ich sehr überraschend Europameisterin geworden. Dabei ist natürlich eine gewisse Erwartungshaltung von mir selbst, aber auch von außen entstanden, Deutschland auf jeden Fall in der Laser Radial-Klasse für Rio 2016 zu qualifizieren. Ich habe mir da selbst ziemlich viel Druck gemacht. Am Ende hat die Leistung sowohl in Santander als auch bei den anderen entscheidenden Regatten nicht gereicht.

Jetzt, vier Jahre nach der letzten WM aller Klassen 2014 in Santander, bin ich vielleicht nicht unbedingt relaxter; allerdings habe ich wichtige Erfahrungen gemacht, die mich jetzt mit einigen Situationen und Dingen anders umgehen lassen.

Die Vorfreude ist da – Wir haben jetzt quasi das ganze Jahr auf diese Weltmeisterschaften hingearbeitet, da kann es jetzt auch endlich mal losgehen!

Die deutschen Laser Radial-Seglerinnen in Aarhus

Sailing World Championships 2018 in Aarhus

Die Sailing World Championships 2018 sind ein Meilenstein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Vor Aarhus kämpfen Seglerinnen und Segler um die ersten 40 Prozent der Nationenstartplätze für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Eine Übersicht aller deutschen Starter und die weiteren Meilensteine auf der „#Road to Tokyo“ finden Sie hier.