49erFX-Crew Jurczok/Lorenz gewinnt Weltcup-Regatta vor Miami

Victoria Jurczok und Anika Lorenz haben die Segelsaison 2018 ideal eröffnet. Die Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee hat bei der Weltcup-Regatta vor Miami in insgesamt acht Rennen vier Siege geholt und die Serie mit nur 14 Punkten dominant vor den norwegischen Schwestern Ragna und Maia Agerup (38 Punkte) und den Österreicherinnen Tanja Frank und Lorena Abicht (42 Punkte) gewonnen.

Jurczok Lorenz Miami
Vicky Jurczok und Anika Lorenz haben den ersten World Cup des Jahres souverän gewonnen. Foto: Sailing Energy

Als Sechste machten Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee-Yacht-Club/Hannoverscher Yacht-Club) das beste deutsche Klassenergebnis in Florida perfekt.

„Das war eine sehr starke und überzeugende Leistung von Vicky und Anika sowohl in leichteren als auch in stärkeren Winden. Das freut uns sehr! Ebenso die sehr gute Leistung von Tina und Susann. Die 49erFX-Seglerinnen konnten nahtlos an die Spitzenergebnisse des vergangenen Jahres anknüpfen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, „die gute Arbeit mit und von Trainer Dave Evans trägt dazu bei.”

Tina Lutz und Susann Beucke starteten gut ins Medal Race, kenterten aber im starken Wind – dennoch sicherten sie sich Gesamtplatz 6. Bild: Jesus Renedo /Sailing Energy/World Sailing

Gefordert waren vor Miami insgesamt 543 Seglerinnen und Segler aus 50 Ländern in zehn olympischen Segeldisziplinen in unterschiedlichsten Wind- und Wellenbedingungen: Die Weltcup-Regatta in den USA hatte mit zwei Leichtwind-Tagen begonnen, bevor sich frische Winde durchsetzten und ein Segeltag aufgrund zu starker Winde sogar gestrichen werden musste.

Die deutschen 49erFX-Siegerinnen haben die wechselnden Herausforderungen herausragend gemeistert. Das haben sie dem intensiven Training in der kleinen Gruppe mit Tina Lutz und Susann Beucke, der guten Zusammenarbeit mit Trainer Dave Evans und sich selbst zu verdanken.

Noch immer ringen die traditionell eher zu leichten Seglerinnen Victoria „Püppi“ Jurczok und Anika Lorenz um zusätzliches Körpergewicht. In diesem Winter haben sie sich durch ein gut abgestimmtes Ernährungs- und Fitnessprogramm der Idealmarke mit aktuell 57 und 70 Kilogramm annähern können. „Drei Kilogramm fehlen uns jeweils noch“, definiert Steuerfrau Jurczok das Ziel für ihre Crew, die im Sommer bei der Weltmeisterschaft vor Aarhus helfen will, die Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele im 49erFX frühzeitig zu sichern: „Dort sind die Top Fünf das Ziel. Das ist ein ganz großes und wichtiges Vorhaben!“ Dass es gelingen kann, bestätigt auch Susann Beucke nach dem Saisonauftakt: „Wir haben einen extrem guten Coach und zwei gute Boote, die besser sind als bei der EM.”

Fischer/Graf werden Vierte im 49er

Während bei den Männern im 49er die beiden führenden DSV-Crews – die Rio-Bronzemedaillengewinner Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) sowie Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club) – noch fehlten und erst später in die Saison einsteigen, nutzten ihre jungen Teamkameraden die Weltcup-Bühne für einen fulminanten Auftritt:

Der 23-jährige Steuermann Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und sein erst 21 Jahre junger Vorschoter Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee) verpassten das Podium als Vierte nur ganz knapp und jubelten über Platz vier im Weltklassefeld: „Wir sind selbst überrascht und offenbar auf dem Weg zu guten Allroundern. Der Transfer von Leicht- zu Starkwind ist uns gut gelungen“, sagte Steuermann Fischer, „das Feld war hier mit 38 Booten sehr groß. Es war besonders wichtig, frei von anderen Booten zu segeln. Wir haben unser neues Boot bereits schnell bekommen. Sicher war auch ein wichtiger Faktor.“

World Cup Miami
Tim Fischer und Fabian Graf zeigten vor Miami eine überzeugende Performance bei ganz unterschiedlichen Windbedingungen. Foto: Jesus Renedo /Sailing Energy/World Sailing

 

Auch Fischer/Graf haben ihr Crew-Gewicht über den Winter optimieren können. Statt 153 bringen sie nun gemeinsam 158 Kilogramm auf die Waage und sind entsprechend schneller unterwegs. „Ein sehr guter Saisoneinstieg für die beiden, eine wirklich starke Leistung“, lobte Nadine Stegenwalner den erfolgreichen Sprung des Duos in die Weltspitze. Als Neunzehnte segelten dazu der 22-jährige Jakob Meggendorfer und sein 21-jähriger Vorschoter Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club) in die Top 20. Stegenwalners Weltcup-Zwischenbilanz vor dem Finaltag in Miami: „Die vielen überzeugenden Leistungen lassen uns hoffnungsvoll und zuversichtlich in die anstehende Saison blicken.“

Eine weitere Medaille hat das German Sailing Team im Revier vor Florida noch im Visier: Am Sonntagabend deutscher Zeit startet Aktivensprecher Philipp Buhl als Dritter ins Medaillenrennen der Lasersegler. Während der australische Spitzenreiter und Olympiasieger Tom Burton sich Weltcup-Gold schon vor dem Finale gesichert hat, liegt Buhl einen Zähler hinter dem Zweitplatzierten Nick Thompson aus Großbritannien und drei Punkte vor Rio-Bronzemedaillengewinner Sam Meech aus Neuseeland. Bei den 470er-Seglern haben sowohl Simon Diesch und Philipp Autenrieth als auch Malte winkel und Matti Cipra das am Sonntag stattfindende Medaillenfinale als Siebte erreicht.

Endergebnisse Sailing World Cup Miami

49erFX

1. Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee), 14 Punkte
2. Ragna Agerup/Maia Agerup (NOR), 38 Punkte
3. Tanja Frank/Lorena Abicht (AUT), 42 Punkte
6. Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee-Yacht-Club/Hannoverscher Yacht-Club)

49ER

1. Dylan Fletcher-Scott/Stuart Bithell (GBR), 50 Punkte
2. Diego Botín/Iago López (ESP), 51 Punkte
3. Frederico Alonso/Arturo Alonso (ESP), 65 Punkte
4. Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee)
19. Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club)

Nacra17

1. Jason Waterhouse/Lisa Darmanin (AUS), 16 Punkte
2. Santiago Lange/Cecilia Carranza Saroli (ARG), 39 Punkte
3. Thomas Zajac/Barbara Matz (AUT), 49 Punkte
15. Johannes Polgar/Carolina Werner (Norddeutscher Regatta Verein/Kieler Yacht-Club)

(Zur Information: In den Diszplinen Finn Dinghi, RS:X Männer und RS:X Frauen waren vor Miami keine deutschen Starter im Einsatz. Im Laser Radial erreichte Svenja Weger als einzige deutsche Teilnehmerin Platz 30. Die Medaillenentscheidungen in den Klassen Laser, Laser Radial, Finn Dinghi, 470er Männer und 470er Frauen fallen erst am Sonntagabend deutscher Zeit.)