Keine Medaillen für Deutschland am ersten Entscheidungstag der Allianz Sailing World Championships

Die Nationentickets im 470er und Nacra 17 sind gesichert, dennoch kamen die vier deutschen Teams heute sehr enttäuscht vom Wasser, nach dem Medal Race der 470er flossen Tränen.

Die Teams Wanser/Autenrieth und Diesch/Markfort im Medal Race. Foto: World Sailing/Sailing Energy
Die Teams Wanser/Autenrieth und Diesch/Markfort im Medal Race. Foto: World Sailing/Sailing Energy

Malte und Anastasiya Winkel waren als Gesamtdritte in das Medal Race der 470er gestartet und lagen an der ersten Luvmarke noch auf dem zweiten Platz, der ihnen mindestens die Bronzemedaille gesichert hatte. Auf der zweiten Kreuz jedoch spielte ein Linksdreher der Konkurrenz in die Karten. Vorschoterin Anastasiya Winkel sagte nach dem Rennen: „Auf der zweiten Kreuz – zumindest kann ich da für mich sprechen – lief bei mir im Kopf nur der Gedanke „Wir müssen nur noch Jordi (das zweitplatzierte spanische Team, Anm. d. Red.) holen, damit wir noch Silber holen können.“ Der Abstand zu den anderen war schon relativ groß. Ich habe viel gerockt und gemacht, so dass ich auch keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Die anderen sind auf die linke Kursseite gefahren, wir nach rechts. Auf der ersten Kreuz war es rechts viel stärker, in der zweiten kam ein Dreher von links mit ganz viel Druck, da haben sie so viel aufgeholt, da hatten wir keine Chance mehr. Auf dem letzten Vorwind haben wir ein bisschen aufgeholt, aber es hat nicht gereicht.“

„Unser Anspruch war, hier eine Medaille zu holen“

Anastasiyas Ehemann Malte sagte: „Unser Anspruch war, hier eine Medaille zu holen, dafür sind wir angetreten. Die Enttäuschung ist groß, dass wir die Medaille, an der wir die Hand dran hatten, einfach nicht klar gemacht haben.“

Das Ehepaar Winkel wurde als WM-Fünfte bestes deutsches Team. Simon Diesch und Anna Markfort wurden Achte, die Weltmeister von 2022 Luise Wanser und Philipp Autenrieth Neunte. Vorschoter Autenrieth fasste enttäuscht zusammen: „Wir sind froh, dass das Event endlich vorbei ist. Wir hatten diese Saison schon einige schwierige Regatten, aber das war mit das Härteste, weil wir eigentlich gut vorbereitet waren und nie das Quäntchen Glück hatten. Wir haben immer nur gekämpft, gekämpft, gekämpft … Waren nicht on Point genug, haben einige ungenaue Entscheidungen getroffen. Es hat dann zum Glück gerade so noch ins Medal Race gereicht, das ist ein kleines Trostpflaster. Aber zufrieden sind wir natürlich nicht, nachdem wir letztes Jahr gewonnen haben.“

Platz 3 für Deutschland in der 470er Nations Trophy. Foto: Wolrd Sailing7 Sailing Energy
Platz 3 für Deutschland in der 470er Nations Trophy. Foto: World Sailing/ Sailing Energy

Dass gleich drei deutsche Teams in den Top Ten vertreten sind, zeigt jedoch die Stärke der Trainingsgruppe. Malte Winkel: „Jede Nation hätte gerne so eine Trainingsgruppe wie wir.“ In der Nations Trophy belegte Deutschland den dritten Platz.

„Wachrüttler und Augenöffner“

Versöhnlicher lief das Medaillenrennen für die Nacra 17-Crew Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Die Kieler verbesserten sich mit einem dritten Rang im Finale auf Gesamtrang sieben. Paul Kohlhoff: „Mit dem dritten Platz im Medal Race konnten wir versöhnlich mit dieser turbulenten Woche abschließen, in der wir anfangs dominiert und uns auch etwas mehr erhofft haben. Das wichtigste Ziel war, dass wir mit einem Nationenticket und einem erfolgreichen Kaderkriterium nach Hause fahren, das haben wir geschafft. Aber es war auch ein Wachrüttler und ein Augenöffner, dass wir doch noch ein bisschen von dem entfernt sind, wo wir heute hinwollen.“

Für die Windsurfer, die Kitesurfer und die ILCA 6- und ILCA 7-Steuerleute laufen morgen weitere Rennen. Die Board-Disziplinen fahren am Samstag ihre Finalrennen, das Medal Race der ILCA 6 und ILCA 7 findet am Sonntag statt.

Allianz Sailing World Championships – Ergebnisse Tag 7

Nacra 17
7. Platz: Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer

470er
5. Platz: Malte und Anastasiya Winkel
8. Platz: Simon Diesch und Anna Markfort
9: Platz: Luise Wanser und Philipp Autenrieth

ILCA 7
12. Platz: Philipp Buhl
28. Platz: Nik Aaron Willim
68. Platz: Philipp Walkenbach
73. Platz: Justin Batrh
74. Platz: Nico Naujock

ILCA 6
13. Platz: Julia Büsselberg
24. Platz: Pia Kuhlmann
35. Platz: Hannah Anderssohn
47. Platz: Laura Schewe
87. Platz: Linda Hensel

iQFOiL Männer
2. Platz: Sebastian Kördel
38. Platz: Fabian Wolf
65. Platz: Jonne Heimann

iQFOiL Frauen
27. Platz: Theresa Steinlein
45. Platz: Alisa Engelmann
47. Platz: Lena Erdil
70. Platz: Helena Wanser

Formula Kite Männer
14. Platz: Florian Gruber
18. Platz: Jannis Maus
32. Platz: Jan Vöster

Formula Kite Frauen
14. Platz: Leonie Meyer

Alle Ergebnisse findet ihr hier: https://thehague2023.sailing.org/results-centre/