Mit zwei WM-Medaillen zuversichtlich auf Kurs Tokio 2020

Das German Sailing Team hat die Segel-Weltmeisterschaft aller zehn olympischen Disziplinen und der Kiter im dänischen Aarhus mit zwei Medaillen erfolgreich beendet.

Die deutschen WM-Medaillen-Gewinner Fabian Graf, Philipp Buhl und Tim Fischer
Die deutschen WM-Medaillen-Gewinner Fabian Graf, Philipp Buhl und Tim Fischer

Lasersegler Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt) und die jungen Kieler 49er-Segler Tim Fischer und Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) haben jeweils eine Bronzemedaille gewonnen und den deutschen Seglern damit einen Platz unter den besten 15 Nationen der Welttitelkämpfe mit 1400 Athleten aus 85 Nationen erkämpft. Die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) sind als Vierte nur knapp an Edelmetall vorbeigesegelt.

„Wir haben unser Medaillenziel bei der Weltmeisterschaft erreicht. Darüber freuen wir uns für die Segler und das gesamte Team: Erfolg ist ansteckend und eine motivierende Basis für die Arbeit, die nun in den verbleibenden zwei Jahren bis zu den Olympischen Spielen 2020 vor uns liegt“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner am Ende von zwei ereignisreichen Wochen im dänischen Aarhus, in denen GER-Boote starke Akzente setzen konnten. Gleichzeitig hat die DSV-Flotte ihr ambitioniertes Ziel der Sicherung von fünf Nationenstartplätzen für die kommenden Olympischen Spiele knapp verfehlt.

„Diese Mission konnten wir nicht ganz erfüllen“, sagte die Teamchefin der deutschen Segel-Equipe, „wir hatten uns ein bewusst ehrgeiziges Ziel gesteckt und sind nur knapp daran vorbeigesegelt. Durch die Verkürzung auf 40 Prozent der zu diesem frühen Zeitpunkt ausgeschriebenen Nationenstartplätze und die Verkleinerung der Olympia-Felder war klar, dass es kein Spaziergang werden würde. Unsere Segler haben die Nationenfahrkarte in den Disziplinen Laser, Laser Radial und 49er lösen können und das Ticket im Nacra 17 und bei den 470er-Frauen nur ganz knapp verpasst.

Die sonst verlässlich erfolgreichen 49er FX-Seglerinnen konnten aus verschiedenen Gründen nicht punkten, die es noch im Detail zu analysieren gilt. Doch um ihre sportliche Güte mache ich mir nach den vielen Erfolgen in dieser und der in der letzten Saison keine Sorgen. Ich bin insgesamt sehr zuversichtlich, dass wir die Nationenstartplätze in allen acht vom German Sailing Team bestrittenen Disziplinen werden sichern können.“

Im Nacra 17 und Finn nah dran an der Nationen-Quali

Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer wurde eine Kenterung im vorletzten Gold Fleet-Rennen zum Verhängnis. Foto: Felix Diemer
Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer wurde eine Kenterung im vorletzten Gold Fleet-Rennen zum Verhängnis. Foto: Felix Diemer

Das gilt insbesondere für jene Disziplinen, in denen nur wenig zur Nationenqualifikation fehlte. Stegenwalner sagte: „Im Nacra 17 hat eine junge Crew nach längerer Pause aufgrund einer Erkrankung beeindruckend schnell den Wiederanschluss an die Weltspitze herstellen können: Paul Kohlhoff und die erst 18 Jahre alte Alica Stuhlemmer vom Kieler Yacht-Club haben eine ganze Reihe herausragender Ergebnisse erzielt und die Nationenqualifikation wie das Medaillenfinale durch eine ärgerliche Kenterung sehr knapp verpasst. Auch Finn-Steuermann Phillip Kasüske, der zur WM-Halbzeit in der Weltspitze lag, und den 470er-Seglerinnen fehlte nicht viel zum Nationenticket. Wenn die Teams weiter so konsequent arbeiten, sehe ich sie für Tokio 2020 gut aufgestellt. Sie hätten bei der WM ein besseres Ergebnis verdient, sind zu mehr fähig.“

Im zweiten Versuch schaffte Svenja Weger die Nationen-Qualifikation für ihre Bootsklasse Laser Radial. Foto: Felix Diemer
Im zweiten Versuch schaffte Svenja Weger die Nationen-Qualifikation für ihre Bootsklasse Laser Radial. Foto: Felix Diemer

Der nächste Wettkampf steht für das German Sailing Team bereits an: Ende August fliegt die Mannschaft nach Japan, um dort zwei Jahre vor den Olympischen Spielen am Sailing World Cup Enoshima im Olympiarevier teilzunehmen. „Dort stehen zwar auch gute Platzierungen, vor allem aber das Lernen und das Sammeln von Erkenntnissen im Mittelpunkt“, sagte Stegenwalner, „unsere Leistungsträger und fast alle Top-Trainer werden im Einsatz sein, um sich frühzeitig intensiv mit den Reviergegebenheiten auseinanderzusetzen.“ Die olympische Testregatta markiert gleichzeitig den Auftakt zur Weltcup-Serie 2018/2019 und für das German Sailing Team den Aufbruch in die zweite wichtige Halbzeit der Olympiade.

Stand der Nationenqualifikation für Tokio 2020 nach der WM

In diesen Disziplinen wurde das Nationenticket bei der WM in Aarhus gelöst:

  • Laser (durch WM-Platz 3 für Philipp Buhl, Segelclub Alpsee Immenstadt)
  • 49er (durch WM-Platz 3 für Tim Fischer/Fabian Graf, Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee)
  • Laser Radial (WM-Platz 26 durch Svenja Weger, Potsdamer Yacht-Club)*

(*) Hinweis: In der Einhandjolle für Frauen wurde das olympische Starterfeld für 2020 auf 44 Plätze erhöht. Die Laser-Radial-Seglerinnen stellen damit die größte Flotte bei der olympischen Segelregatta in Enoshima. Dadurch konnten bei der WM bereits 18 Nationenstartplätze vergeben werden. Svenja Weger hat mit WM-Platz 26 unter 119 Starterinnen genau Platz 18 in der WM-Nationenwertung und dadurch eine Punktlandung geschafft.

In diesen Disziplinen steht die Nationenqualifikation für das German Sailing Team noch aus und soll bei der Weltmeisterschaft 2019 gelingen:

  • 49erFX
  • 470er Frauen
  • 470er Männer
  • Finn
  • Nacra 17